Schneidengeometrie

Hinter der unauffälligen Form eines Bohrers steckt viel technisches und mathematisches „Know How“. So entscheidet der Spitzwinkel und auch der Spanwinkel darüber, wie und ob das Durchbohren gelingt.


Schneidengeometrie unterscheidet sich je nach Bohrer Typ


Bei der Schneidegeometrie spricht man von dem Spanwinkel, der Kopfform also Form der Querschneide. Die Geometrie unterscheidet sich vom jeweiligen Bohrer Typ im Schneidenschliff, Spitzenwinkel und den Spanwinkel-Drallnutwinkel.

In der Regel ist bei den Bohrern der kegelförmige Schneidenschliff vorzufinden. Die Querschneide verbindet quasi die zweiförmigen Schneidekanten. Die Querschneide drängt beim Bohrvorgang die anfallenden Späne auf die Seite, welche dann durch die Spannut nach oben rangiert werden.

Der Spitzenwinkel ist notwendig, damit dieser sich in das zu bohrende Material platzieren kann und entscheidet über die Länge der Schneide im Material. Der Winkel muss kleiner als 180° sein, es ermöglicht eine bessere Bohrführung mit weniger Druckkraft.





Kennzeichnung der Spanwinkel


Der (Seiten)Spanwinkel, welcher die Spanabfuhr beeinflusst, wird mit den Typen N, H und W gekennzeichnet. Der Drallnutwinkel variiert je nach dem ob weichere, weiche oder harte Werkstoffe bearbeitet werden.

  • Spanwinkel Typ N im Standardrahmen von 19° bis 40 °
  • Spanwinkel Typ H im Rahmen von 10° bis 19°
  • Spanwinkel Typ W im Rahmen von 27° bis 45°

Der Spitzenwinkel ändert und richtet sich ebenfalls dem der Bohrmateriale entsprechend.

  • Spitzenwinkel Typ N 118°
  • Spitzenwinkel Typ H 118°
  • Spitzenwinkel Typ W 130° bis 135°


Drehzahl (Schnittgeschwindigkeit)


Die Drehzahl hat nichts mit dem Spiralbohrermaterial zu tun, sondern richtet sich nach dem Durchmesser der Bohrers und natürlich der Bohrmaschine selbst.

Es ist daher an den Bohrerdurchmesser und dem Werkstoff gebunden.


Regeln zur Ermittlung der idealen Drehzahl


Grundlegend gilt:

- je höher die gewünschte Drehzahl, desto kleiner muss der Bohrdurchmesser sein
- je niedriger die gewünschte Drehzahl, desto höher muss der Bohrdurchmesser sein

Der Werkstoffabhängigkeit hingehend besagt die Regel:

- je weicher das Material desto höher die Drehzahl
- je härter das Material desto niedriger die Drehzahl