Informationen zum Spiralbohrer

Der Spiralbohrer besteht aus mehreren signifikanten Details. Durch die besondere Spannut eines Spiralbohrers werden beim Bohrvorgang die Späne durch die Drehung an die Oberfläche manövriert.


Was ist ein Spiralbohrer und wie funktioniert er?


Ein Spiralbohrer ist ein Werkzeug-Einsatzteil, welches zum Durchbohren diverser Materialien dient. Der Bohrer wird in die dafür vorgesehene Spanwinde der Bohrmaschine gesteckt und manuell befestigt. Beim Betätigen rotiert lediglich der Bohrer, welcher sich mühevoll durch die ausgeübte Druckkraft in das Material hineinbohrt.

Der Spiralbohrer besteht im Wesentlichen aus einem Schaft und dem Schneidteil mit der Bohrspitze. Der Schneidteil setzt sich durch Seitenspannwinkel, Nebenschneide, Führungsphase, Spannut, Hauptfreifläche, Hauptscheiden und dem Spitzwinkel zusammen.

Der Schaft wird, wie bereits erwähnt, in das Spangut der Bohrmaschine befestigt und überträgt die Drehkraft auf die Bohrspitze. Die Spiral- bzw. Wendelform des Bohrers nennt sich Spannut. Durch diese zweigängige Form werden beim Durchbohren des Werkstoffes die gelösten Späne durch die Drehungen nach oben befördert.





Kennzeichnungen der Bohrer


Hergestellt werden diese aus legierten Werkzeugstahl, Schnellarbeitsstahl und Hartmetall. Dies lässt sich aus der Kennzeichnung N, H und W ablesen.

  • N - geeignet für feste und harte metallische Werkstoffe
  • H - geeignet für harte und zäh-harte metallische Werkstoffe
  • W - geeignet für weiche und zähe metallische Werkstoffe



Kennzeichnung der Zerspanungsgruppen


Man spricht beim Bohren über eine zerspanende Fertigung. Die Zerspanungsgruppen lassen sich in 3 Hauptgruppen gliedern, welche durch Buchstaben gefolgt von einer Ziffer definiert sind.

  • lang spanende Werkstoffe wie Stahl, Stahlguss sind durch die Kennfarbe blau P makiert
  • Mehrzweckhartmetalle wie Leichtmetalle und Gusseisen haben die Kennfarbe gelb M
  • kurz spanende Werkstoffe wie Glas und Holz sind durch die Kennfarbe rot K gekennzeichnet


Je nach Zerspanungsgruppe wird ein eigener Bohrer benötigt. Die Falschanwendung kann den Bohrer bereits durch einen kurzen Bohrversuch unbrauchbar machen.





Winkel und Materialien des Bohrers


Die Spitze des Bohrers ist der Schneidwinkel, die Ausrichtung wird gemäß dem Bohrzweck angefertigt. So weist ein Wendelbohrer der Klasse N einen Winkel von 118° auf hingegen für die Klasse W, weiche und zähe Werkstoffe, der Winkel 130 bis 135° beträgt.

Der Bohrer selbst wird entweder aus HSS (Hochleistungsschnellstahl), beschichtetes HSS, Vollhartmetall und Wendeschneidplatten hergestellt. Im Falle einer Beschichtung wird dies meist mit Titannitrid (TiN) überzogen. Der Unterschied liegt in der Anschaffung beim Kostenfaktor und dem Verschleiß.

Folgendes Video zeigt, wie ein Spiralbohrer geschärft wird und vermittelt interessante Informationen rund ums Thema Spiralbohrer.